Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin

Die Versorgungssituation im hausärztlichen Bereich gibt insbesondere  in den ländlichen Regionen Bayerns zunehmend Anlass zur Besorgnis. Gleichzeitig bildet sich auch im stationären Bereich ein Ärztemangel aus. Vor allem die Gewinnung von jungen Assistenzärzten gestaltet sich zunehmend schwierig. Gut qualifizierte und engagierte Bewerber erhalten in der Regel eine Vielzahl von Stellenangeboten. Somit können Arztstellen in Häusern der Grund- und Regelversorgung häufig erst nach aufwendiger Akquise besetzt werden. Vor diesem Hintergrund ist der Ausbau von Kooperationsstrukturen zwischen primärärztlichem und klinischem Bereich von höchster Bedeutung, um den drohenden Ärztemangel abzumildern und durch gute Kooperation die Weiterbildung von ärztlichem Nachwuchs zu optimieren.

Die Region Ochsenfurt reagiert

Zusammen mit mehreren Hausarztpraxen tritt die Main-Klinik Ochsenfurt diesem Problem nun entgegen. In einer Initiative entstand ein innovatives Weiterbildungskonzept für die Region Ochsenfurt. Verbesserungsansätze zielen sowohl auf die Weiterbildungsstruktur als auch mittelfristig auf die regionale ärztliche Versorgungssituation. Nachdem die Klinik und die Allgemeinarztpraxis Pfeiffer in Giebelstadt in enger Zusammenarbeit das Konzept der Allgemeinarzt-Weiterbildung entworfen haben, startet der Weiterbildungsverbund nun mit zahlreichen größeren Praxen aus der Region Ochsenfurt. Weitere Partner sind jederzeit willkommen.

Zur Erreichung des Kooperationszieles arbeiten die Partner eng und vertrauensvoll zusammen. Sie entwickelten hierzu ein gemeinsames Weiterbildungskonzept (Curriculum), das beiden Seiten als verbindliche Leitlinie zur Ausbildung junger Kolleginnen und Kollegen dienen soll.

Das Ausbildungscurriculum

Von den insgesamt 60 Monaten Weiterbildung zum Allgemeinmediziner werden die angehenden Fachärzte mindestens 36 Monate in der Main-Klinik eingesetzt, wo Sie die Schwerpunkte der Inneren Medizin mit Inhalten aus der Kardiologie, Gastroenterologie und Altersmedizin vermittelt bekommen und weitere spezielle Kurse absolvieren. Ergänzend können auch Kenntnisse der Basis-Chirurgie und Urologie erworben werden.
Für den hausärztlich-ambulanten Teil der Weiterbildung sind die Assistenten die restlichen 24 Monate in den niedergelassenen Praxen tätig. Die Weiterbildungsinhalte entsprechen den Vorgaben der Bayerischen Landesärztekammer und den Vereinbarungen zwischen der Klinik und den kooperierenden Praxen.

Die Kooperation bietet den angehenden Allgemeinmedizinern die Möglichkeit, schon vorab persönlich mit allen Weiterbildern in Kontakt zu treten. Der „Bewerber im Mittelpunkt“ stellt also ein Grundprinzip des Vorgehens dar.

Besonders wichtig: Für junge Ärzte, die am Programm teilnehmen entsteht daraus keinerlei Verpflichtung oder Bindung. Der Ausbildungswege zum Allgemeinmediziner kann jederzeit verlassen werden, es drohen keine Nachteile wie Rückzahlungs-Verpflichtungen oder andere Sanktionen, ebenso besteht keine zeitliche Bindung. Die absolvierte Weiterbildungszeit wird in jedem Fall gemäß der Weiterbildungsordnung anerkannt.
Nachstehend finden Sie eine Auflistung der aktuellen am Programm teilnehmenden Arztpraxen, die Inhalte des Ausbildungs-Curriculums und die zugehörige Weiterbildungsordnung.

Die teilnehmenden Praxen im Überblick:

  • Drs. Pfeiffer, Giebelstadt, 0 93 34/2 66, www.hausarztpraxis-pfeiffer.de
  • Dr. Michael Rost, Randersacker, Telefon: 09 31/70 86 08
  • Drs. Brugger-Katzfuß/Katzfuß, Sommerhausen, Telefon: 0 93 33/3 23
  • Drs. Zenkert/Stein, Kleinrinderfeld, Telefon 0 93 66/4 21
  • Dr. Roland Ebert, Aub, Telefon 0 93 35/16 16
  • Dr. Leonhard Münch, Kirchheim, Telefon 0 93 66/9 92 55
  • Sergej Singer, Giebelstadt, Telefon 0 93 34/2 33