Ein Koloss zieht auf dem Greinberg ein

Auch für die Main-Klinik ein Gewinn: Seit 2. Oktober steht nun ein MRT in der frisch umgebauten Radiologie-Praxis zur Verfügung.  

Die „Anlieferung“ des neuen Magnetresonanztomografen erfolgte ziemlich spektakulär, nämlich mit Riesenkran, schlüsselfertig und betriebsbereit. Ein speziell gebauter und ausgerüsteter Container enthält das Gerät selbst, die notwendige Technik und die Bedieneinheiten. Im Zuge des Umbaus der ehemaligen Cafeteria in Praxisräume wurde ein kleiner Übergangsbau errichtet, an den nun mit erstaunlicher Präzision und innerhalb von zwanzig Minuten angedockt werden konnte. Eine beeindruckende Leistung des Kranführers, der den 13 Meter langen und 30 Tonnen schweren Container tatsächlich zentimetergenau auf die Fundamente platzierte.

Noch am Tag der Anlieferung wurde der Container (mit einer armdicken Stromleitung!) verkabelt, ca. eine Woche ist für die Inbetriebnahme und Schulung der Mitarbeiter veranschlagt, ab Mitte Oktober läuft der reguläre Untersuchungsbetrieb.

Der Praxisverbund MainRadiologie mit Standorten in Ochsenfurt und Kitzingen ist Besitzer und Betreiber des neuen MRTs, die Main-Klinik vermietet Räumlichkeiten an die Praxis. Beide Seiten kooperieren bereits seit vielen Jahren bei CT-Untersuchungen miteinander, die MRT-Diagnostik unmittelbar an der Klinik wird der Zusammenarbeit nun eine ganz neue Dimension geben. Praxis und Klinik sind schon heute eng vernetzt, Bilder und Befunde der Praxis stehen den Klinikärzten im Optimalfall schon Minuten nach der Untersuchung zur Verfügung.

Dabei ist es keineswegs so, dass MRT-Untersuchungen durchweg „besser“ wären als die Computertomografie. Abhängig von der medizinischen Fragestellung haben beide Geräte technisch bedingte Vor- und Nachteile. Insbesondere in der Notfalldiagnostik ist das CT aufgrund seiner wesentlich kürzeren Untersuchungszeiten auch heute noch das Mittel der Wahl.
 

Was ist Magnetresonanztomografie?

Im Gegensatz zur CT-Untersuchung verwendet ein MRT keine Röntgenstrahlen. Es macht sich einen Effekt zu Nutze, der von den Physikern als „Kernspin“ bezeichnet wird – daher auch die alternative Bezeichnung „Kernspintomografie“. Stark vereinfacht beschreibt der Kernspin eine extrem schnelle Drehbewegung der Atomkerne in unserem Körper. Besonders Wasserstoff-Atomkerne können in ihrem Kernspinn beeinflusst werden. Dazu benutzt man ein extrem starkes Magnetfeld, das von dem röhrenartigen Gerät erzeugt wird. Steht das Magnetfeld still, richten sich alle Atome mit ihrem Kernspinn in Richtung des Magnetfeldes aus. Beginnt das Magnetfeld nun, sich sehr schnell zu verändern (das MRT „rumpelt“ dabei sehr heftig), geraten die Atomkerne in eine taumelnde Bewegung. Nun wird das Magnetfeld wieder in einen statischen Zustand geschaltet. Die Atomkerne machen dabei keine Vollbremsung, sie setzen ihre Taumelbewegung noch für einige Zeit fort. Das atomare Taumeln hinterlässt winzige Veränderungen im Magnetfeld – die Magnetresonanz. Diese winzigen Schwankungen können von leistungsfähigen Computern nach und nach zu einem Bild zusammengesetzt werden. Weil die Signale so schwach sind, müssen sie über einen längeren Zeitraum immer wieder erzeugt und aufgezeichnet werden, damit am Ende ein brauchbares Bild entstehen kann. Aus diesem Grund dauern MRT-Untersuchungen vergleichsweise lange, der Patient muss dabei so ruhig wie möglich liegen.

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