Gerade am Beginn einer Behandlung wirkt unsere heutige Medizin oft schematisch und technisch, der Patient zweifelt dann daran, im Mittelpunkt zu stehen. Dieser Eindruck ist häufig umso stärker, je ernsthafter die Krankheit des Betroffenen ist, je dringender eine Behandlung erfolgen muss.
In solchen Situationen brauchen wir vor allem Informationen. So viele, so genaue Informationen, wie wir nur bekommen können. So schnell wie möglich!
Denn dann geht es uns darum, aus all den Informationen ein stimmiges Bild zusammenzusetzen und auf dieser Basis Entscheidungen zu treffen. Manchmal fallen diese Entscheidungen in aller Ruhe und nach ausführlicher Erklärung. Manchmal handeln wir aber auch in rasender Eile, scheinbar planlos und durcheinander, innerhalb von Augenblicken. Denn manchmal bleibt uns nicht viel Zeit.
Laborwerte, Röntgenbilder, Ultraschall und CT, all diese Technik hilft uns, ein Problem rasch zu erkennen und eine Lösung dafür zu finden. Aber Medizin ist keine exakte Wissenschaft. Medizin verlangt von allen, die sie betreiben, eine gewaltige Menge Wissen. Lebendig kann es erst werden durch die Instinkte und die Erfahrung derjenigen, die dieses Wissen anwenden.
Wir müssen hören und sehen, riechen, die Dinge mit unseren Händen erfühlen, vergleichen, abwägen. Die Entscheidungen fallen am Bett des Patienten, nicht in der Maschine, sondern beim Menschen. Das ist es, was Medizin so einzigartig macht.
Medizin wird oft reduziert auf die Person des Arztes. Er ist es, der den Plan für die Behandlung entwickelt, der untersucht, behandelt, operiert. Doch nichts von alledem tut er allein. Alles beginnt und endet beim Patienten, aber die Wege der Annäherung sind vielfältig. Bei einem Aufenthalt in der Main-Klinik begegnen Ihnen zahlreiche Gesichter: Pförtner, Schwestern, Pfleger, Mitarbeiterinnen aus Hauswirtschaft und Reinigung, Techniker, Ärztinnen und Ärzte, Hausmeister und Sekretärinnen, Studenten, Lernschwestern, Chefärzte, Physiotherapeuten und viele andere mehr.
Im Labor oder am Röntgengerät, auf der Station, bei der täglichen Visite, im OP-Saal, an der Pforte oder in der Cafeteria – überall begegnen ihnen Menschen, die ihren Teil der Aufgabe hervorragend beherrschen. Und so, wie wir aus vielen kleinen Informationen unser Bild formen, eine Diagnose finden und unseren Plan entwerfen, so helfen wir alle ein kleines Stückchen dabei, den Plan mit Leben zu erfüllen. Jeder einzelne Patient bedeutet für uns eine neue Herausforderung, uns als eingespielte Mannschaft zu beweisen und unser Können, unsere Talente und Fähigkeiten einzubringen und das Beste zu erreichen für das Wohl des Einzelnen – für Sie!
